Das Forum

 

Am 9. November 1989, als die gesamte Welt auf die Geschehnisse an der innerdeutschen Grenze schaute, gab es auch in Reinbek bei Hamburg ein kleines Ereignis zu verzeichnen: im Festsaal des Reinbeker Schlosses fand das erste Forum junger Autorinnen und Autoren statt. Fortan trafen sich einige der Nachwuchsliteraten, die sich damals zu dieser öffentlichen Lesung zusammengefunden hatten, mit weiteren Interessenten regelmäßig.

 

Neue Mitglieder kamen im Laufe der Jahre hinzu, einige der älteren stiegen aus und gingen eigene Wege, das Forum junger Autorinnen und Autoren gewann an Profil, lebte und lebt vom Wandel und der Veränderung. Längst erwachsen geworden, nennen wir uns seit Herbst 2004 Forum Hamburger Autoren. Kein Dogma, keine gemeinsame Linie, kein Programm eint die Schreibenden, lediglich der ernsthafte literarische Anspruch, ohne dass damit eine thematische Beschränkung oder stilistische Festlegung verbunden wäre. Lyrik und Prosa in all ihren Spielweisen, Kurz- und Langform, auch der dramatische Entwurf finden bei uns Gehör.

 

Das Forum ist mittlerweile längst fester Bestandteil der norddeutschen Literaturlandschaft, zahlreiche Preise und Auszeichnungen der Mitglieder unterstreichen die Bedeutung. Viele der "Ehemaligen" sind bei namhaften Verlagen unter Vertrag: Karen Duve ("Regenroman") bei Eichborn etwa oder Mirko Bonné ("Der junge Fordt") bei DuMont. Aber auch einige der heutigen Mitglieder haben bereits eigene Bücher vorgelegt.

 

Eine Aufnahme ins Forum (s. dazu näher unter Kontakt) erfolgt unter rein subjektiven Gesichtspunkten, einzig und allein die Frage, ob wir uns durch die eingereichten Texte des Bewerbers angeregt fühlen, uns näher mit ihnen auseinander zu setzen, ist entscheidend. Denn nach wie vor stehen unsere zweimal im Monat stattfindenden Treffen, das "Werkstattgespräch", im Zentrum der Aktivitäten des Forums. Im kleinen Kreis werden die frischen Versuche vorgestellt, gelesen, der Kritik ausgesetzt, diskutiert.

 

Darüber hinaus präsentiert sich das Forum mit eigenen Veranstaltungen regelmäßig der Öffentlichkeit: in diversen Hamburger Cafés und Galerien sowie jeweils im Dezember an unserem langjährigen Stammsitz im Kulturhaus Eppendorf zur Jahreslesung, um dort unser dann stets frisches Jahrbuch zu präsentieren - und zu feiern. Im Jahr 1999 zu unserem zehnjährigen Bestehen erschien darüber hinaus beim Verlag Achilla Presse die Jubiläums-Anthologie "FOR(U)MLIT" als Bestandsaufnahme des bisherigen Wirkens des Forums.